Die ZGF-Nashornprojekte Im letzten Jahrhundert haben die Spitzmaulnashörner drastische Bestandesrückgänge erlebt. 1970 wurden noch an die 65.000 Spitzmaulnashörner geschätzt, aber Anfang der 90er Jahre waren nur noch 2.300 Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen anzutreffen. Vor diesem Hintergrund nahm der Zoo Frankfurt an einem Austauschprojekt teil. Da kein anderer Zoo in Europa die Nashornunterart Südliches Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis minor) hält, ist ein Zuchtaustausch zwischen Zoos nicht möglich. Da in den Südafrikanischen Beständen jedoch „frisches Blut“ dringend benötigt wird, wurden drei in Frankfurt geborene Nashörner nach Südafrika gebracht. Im Tausch für die Frankfurter Nashörner wurden im Mai 2003 fünf Spitzmaulnashörner aus den südafrikanischen Zuchtbeständen nach Sambia geflogen. In diesem ostafrikanischen Land wurden die Spitzmaulnashörner in den 80er Jahren völlig ausgerottet. In den Jahren 2006 und 2007 wurden 15 weitere Nashörner von Südafrika nach Sambia überführt. Der Bestand zählt nach einigen glücklichen Geburten aktuell 24 Tiere (Stand 01/2009). Nashörner mehrere Tausend Kilometer weit zu verschicken und wieder in die Wildnis zu entlassen, ist schon ein großes und teures Unternehmen, das auch für die Tiere nicht ohne Stress verbunden ist. So etwas sollte nur getan werden, wenn kein anderes Mittel möglich ist, und die Bedingungen für eine Wiederansiedlung optimal sind! In Sambia ist das der Fall. Hier betreut die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) seit mehr als 20 Jahren ein Projekt zum Schutz des North Luangwa Nationalparks. Nachdem es hier bedingt durch intensive Wilderei überhaupt keine Nashörner mehr gab, ist inwzischen die Wilderei eingestellt, und der Nationalpark zählt zu einem der sichersten Wildnisgebiete des Landes. Trotzdem müssen die Nashörner natürlich sehr gut auf das Überleben in ihrer neuen Heimat vorbereitet werden. Sie werden erst in ein großes eingezäuntes Gebiet entlassen, damit sie sich an das neue Klima, neues Futter, Wasserstellen gewöhnen und trotzdem für die Projektmitarbeiter leicht aufzufinden sind. Später müssen die Nashörner dann per Flugzeug und mit Peilsendern in der weiten Buschlandschaft gesucht werden. Ein ganz ruhiger Job ist das Betreuen der Nashörner nicht. |









