Der Tiger in der Natur Von den ehemals acht Tiger-Unterarten existieren heute nur noch fünf: Amur Tiger, Bengalischer Tiger, Indochinesischer Tiger, Südchinesischer Tiger und Sumatratiger. Sie alle sind von der Ausrottung bedroht. Der Bestand des Sumatratigers wurde in den letzten Jahren auf 400-500 Tiere geschätzt. Vorwiegend nachtaktive Tiere zu schätzen ist enorm schwierig, so dass es zu großen Spannweiten der geschätzten Bestandeszahlen kommt. Seit der Tiger allerdings intensiv mit Kamerafallen untersucht wird, kann man von einer höheren Zahl ausgehen. Jüngst wurde die Zahl von 800 Tigern auf Sumatra bekannt. Die beiden Hauptursachen für den Rückgang des Sumatratigers sind: Wilderei und Lebensraumzerstörung. Das Tigerfell ist immer noch eine äußerst attraktive Trophäe für Souvenirjäger. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) finden fast alle Körperteile des Tigers Verwendung. Noch immer besteht hier große Nachfrage, obwohl die heilende Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen ist. Die Hauptursache für die Gefährdung des Sumatratigers ist aber sicher die massive Zerstörung seines Lebensraums, der Regenwälder auf Sumatra. Viele Tropenhölzer sind besonders wetterbeständig. Deshalb werden sie gerne für Liegestühle, Gartentische oder Bänke benutzt. Doch nicht nur für Möbel, auch für Baumaterialien wie Planken für Brücken oder Spanplatten findet Tropenholz Verwendung. Aufgrund der großen Nachfrage und preiswerten Produktionsmöglichkeiten wurde die Abholzung auf Sumatra seit den 90er Jahren um ein Achtfaches gesteigert. Weltweit jeder fünfte eingeschlagene Baum wird für die Papierproduktion verwendet. Denn für die Herstellung eines Kilogramms Papier aus Zellstoff werden rund 2,5 Kilogramm Holz benötigt. Allein in Deutschland verbraucht jeder Bundesbürger im Schnitt 224 Kilogramm Papier. Auf Sumatra wird der Holzhunger der 15 riesigen Zellstoff- und Papierfabriken der Konzerne APP (Asian Pulp and Paper) und APRIL (Asian Pacific Resources International Holdings Ltd.) zu 80 % aus illegalem Einschlag gespeist. Der Regenwald muss darüber hinaus riesigen Palmölplantagen weichen. Nach Sojaöl ist Palmöl das weltweit am meisten genutzte pflanzliche Öl. Das Öl ist im Fruchtfleisch der Ölpalme enthalten, und wird durch Pressen und Mahlen gewonnen. Mittlerweile ist Palmöl Bestandteil von 10 % aller in westlichen Ländern angebotenen Supermarktprodukte. Sowohl in Kosmetik (Lippenstift, Seife, Lotion) als auch in Lebensmitteln (v.a. Fertigprodukte, Kekse, Margarine und Babynahrung) ist Palmöl enthalten. Aufgrund der wirtschaftlichen Attraktivität von Palmöl ist die Nachfrage in den letzen 15 Jahren immens gestiegen. Für die Palmplantagen wird meist Regenwaldfläche kahlgeschlagen, nur selten werden bereits degradierte Flächen bepflanzt. Wenn der Lebensraum für den Tiger schwindet, verlieren viele andere Tiere ihre Heimat. Der Tiger ist damit eine Flaggschiffart für den Regenwaldschutz. |







