Das ZGF-Löwenäffchenprojekt Das Goldgelbe Löwenäffchen stand in den 70er Jahren kurz vor der Ausrottung. Weil die Tiere so "niedlich" sind, ließ der illegale und unkontrollierte Fang die Bestände schrumpfen. Zu Beginn der 70er Jahre gab es vermutlich weniger als 150 Goldgelbe Löwenäffchen in der Natur. Unter Federführung des Smithsonian National Zoo in Washington fiel 1972 der Startschuss für eine der engagiertesten Rettungsaktionen in der Artenschutzgeschichte. Weltweit schlossen sich 140 Zoos zusammen und starteten zunächst ein Zuchtprogramm zum Erhalt der genetischen Vielfalt des Löwenäffchens. Auch der Zoo Frankfurt engagierte sich damals in diesem Programm. Gut zehn Jahre lang wurde durch gezielte Zucht ein Zoobestand aufgebaut, aus dem dann 1984 die ersten Tiere ausgewählt wurden, um in ihrem natürlichen Lebensraum wieder angesiedelt zu werden. 14 zoogeborene Tiere wurden in das Schutzgebiet Poco das Antas gebracht. Anfang der 1990er Jahre wurden auch zwei männliche Löwenäffchen aus dem Zoo Frankfurt in die Mata Atlântica entlassen. In großen Käfigen wurden sie an ihre neue Umwelt gewöhnt und dann in nahe gelegenen Waldgebieten ausgesetzt. In den ersten Jahren zeigte sich jedoch, dass die einstigen Zootiere nicht so leicht in ihrer ursprünglichen Heimat zurecht kamen. Die Sterblichkeit war zu Beginn recht hoch. So entschloss sich die ZGF im Jahr 1988, die Betreuung der Tiere zu unterstützen. Seither finanziert sie ein Wiederansiedlungsteam, das jeden Tag im Regenwald die wiederangesiedelten Tiere kontrolliert, ihnen künstliche Schlafhöhlen anbietet und sie gegebenenfalls tierärztlich versorgt. Aus den ehemals 153 Zootieren, die aus aller Welt nach Brasilien gebracht wurden, hat sich mittlerweile ein Bestand von über 800 Tieren entwickelt. Seit dem Jahr 2000 werden daher keine weiteren Löwenäffchen mehr ausgesetzt. Eine aktuelle Herausforderung des Projektes ist, noch vorhandene Regenwaldinseln untereinander zu vernetzen. Da Löwenäffchen ausschließlich in den Baumkronen leben, können sie voneinander isolierte Waldstücke nicht erreichen. Das Projektteam ist derzeit darum bemüht, private Farmer zu überzeugen, Flächen für den Schutz der Löwenäffchen zur Verfügung zu stellen und hier Waldkorridore zu pflanzen. Der Schutz und die Erweiterung des Lebensraums hilft nicht nur den Löwenäffchen, sondern vielen anderen Tier- und Pflanzenarten, die im atlantischen Küstenregenwald beheimatet sind. |







