Bartgeier in der Natur Der Bartgeier zählt zu den Altweltgeiern und ist mit einer Spannweite von fast drei Metern größer als der Steinadler. Mit seinem dicht befiederten Kopf sieht er diesem auch ähnlicher als seiner europäischen Verwandtschaft, dem Gänse-, Mönchs- und Schmutzgeier. Der Bartgeier ist ein absoluter Nahrungsspezialist. Er ernährt sich hauptsächlich von Knochen und kann diese bis zu einer Größe von Oberarmknochen problemlos in einem Stück verschlingen. Die Erschließung dieser Nahrungsquelle gelingt ihm über äußerst säurehaltige Magensäfte. Der Bartgeier steht damit am absoluten Ende der Nahrungskette und übernimmt die wichtige Funktion eines "Müllverwerters" im Ökosystem. Doch lange Zeit wurde der Bartgeier verkannt. Man mutmaßte über seine Nahrungsgewohnheiten und dichtete ihm an, lebendige Schafe, ja sogar Kinder zu rauben. Als so genannter "Lämmergeyer" wurde er intensiv bejagt und vergiftet und damit stark zurückgedrängt. Nachdem er ursprünglich in fast allen Gebirgen Südeuropas beheimatet war, überlebte er nach intensiven Nachstellungen ausschließlich in den Pyrenäen, auf Korsika, Kreta und auf dem griechischen Festland. 1855 gab es keine Bartgeier mehr in Deutschland, und 1913 wurde der letzte Vogel im Alpenraum erschossen. Dank eines aufwändigen Nachzucht- und Wiederansiedlungsprogramms befindet sich der Bartgeier inzwischen wieder im Aufwind. |







