Das ZGF-Bartgeierprojekt 1922 entstand die erste Idee, Bartgeier zurück in ihren natürlichen Lebensraum zu bringen. Seinerzeit wurde die Idee einer Nachzucht aber schnell verworfen, da nur äußerst selten Bruterfolge zu verzeichnen waren. Männliche und weibliche Tiere sind nämlich äußerlich nicht zu unterscheiden, und so kam es nicht selten vor, dass zwei gleichgeschlechtliche Tiere zusammengesetzt wurden, die zwar eifrig ein Nest bauten, aber nicht zur Brut schritten. Durch Initiative von Winfried Walter (seinerzeit Geschäftsführer des WWF Österreich) und Dr. Hans Frey (Zuchtstation Haringsee bei Wien) wurde 1977 Prof. Dr. Richard Faust im Bartgeierschutz aktiv. Der damalige Präsident der ZGF und Direktor des Zoos Frankfurt vereinte 17 Zoos aus Europa zu einem Bartgeier-Zuchtprogramm und übernahm das Bartgeierprojekt 1978 in die Förderung der ZGF. Anhand genetischer Untersuchungen war es nun möglich, die Geschlechter zu unterscheiden, und so gelangen erste Zuchterfolge. Nach einem Jahrzehnt der Nachtzucht wurde 1986 der erste Bartgeier im Alpenraum freigelassen. 1997 wurde schließlich die erste Brut im Freiland beobachtet, und inzwischen zählt der Bestand in den Alpen über 120 Tiere. Tiere in ihren natürlichen Lebensraum zurück zu bringen ist kein leichtes Unterfangen. Ein in menschlicher Obhut aufgewachsener Vogel muss sich im Freiland erst einmal zurechtfinden. So werden die jungen Bartgeier nach einer ganz speziellen Methode an ihre Umwelt gewöhnt. Kurz bevor sie flügge werden, transportieren Bergsteiger die Jungvögel in Holzkisten zu ihrem späteren Freilassungsort. Die Nester liegen unter Felsvorsprüngen an Steilwänden und sind nur durch Kletterpartien zu erreichen. Dass diese Methode der Wiederansieldung erfolgreich ist, zeigen die ersten Bruten im Freiland. Knapp zehn Brutpaare haben inzwischen 25 Jungvögel großgezogen. |









