Gorillas in der Natur Gorillas sind die größten Menschenaffen der Erde. Mit ihren massigen, schwarzen und dicht behaarten Körpern sehen sie wirklich eindrucksvoll aus. Lange Zeit haben sich Märchen und Legenden durchgesetzt, in denen Gorillas als unberechenbar, aggressiv und böse dargestellt werden. Nach Erkenntnissen der Verhaltensforschung entspricht dies aber nicht der Wirklichkeit: Gorillas sind sehr friedfertige und sanfte Tiere! Die Heimat der Gorillas sind die Regenwälder Zentralafrikas. Es gibt vier verschiedene Unterarten, die in unterschiedlichen Verbreitungsgebieten leben: Westliche und Östliche Flachlandgorillas, Cross-River-Gorillas und Berggorillas. Sie alle sind durch die Zerstörung ihres Lebensraums und illegale Jagd stark bedroht. Die Berggorillas leben in den feuchten Nebelwäldern im Gebiet um die Virunga Vulkane (Ruanda, Demokratische Republik Kongo) und im Bwindi Nationalpark (Uganda). Von ihnen gibt es nur noch rund 700 frei lebende Tiere - in Zoos sind sie nicht zu finden. Damit gehören sie nicht nur zu den seltensten, sondern auch zu den am stärksten bedrohten Säugetieren der Erde. Das Virunga-Gebiet ist aufgrund seiner extrem vielfältigen Naturgebiete und seines hohen Artenreichtums bereits 1925 Nationalpark geworden. Damit ist er der älteste Nationalpark Afrikas. Doch obwohl der Nationalpark ein geschütztes Gebiet ist, setzen politischen Unruhen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Tausende von Flüchtlingen aus dem benachbarten Ruanda den Park stark unter Druck. Die seit Jahrzehnten tobenden politischen Konflikte werden durch die Jagd nach Bodenschätzen noch verschärft. Nicht nur Gold und Diamanten werden in der DRK abgebaut, sondern auch ein wertvolles Roherz: Coltan. Aus Coltan wird das Metall Tantal gewonnen, das eine äußerst nützliche Eigenschaft hat: Es ist sehr hitzebeständig und wird überall dort verwendet, wo auf kleinstem Raum große Hitze entsteht. Besondere Verwendung findet Coltan bzw. Tantal als Bestandteil von Kondensatoren in Handys, Laptops und Flachbildschirmen. Je größer die Nachfrage nach Handys, desto größer die Nachfrage nach Bodenschätzen. Experten gehen davon aus, dass 80% des Weltvorkommens an Coltan in der DRK liegen. Das Land könnte eines der reichsten Länder dieser Erde sein, doch in der derzeitigen Situation sind viele Coltan-Minen in Rebellenhand. Vom Verkauf des Rohstoffs über die Grenze finanzieren kriegerische Gruppierungen ihre blutigen Machenschaften. Hierunter leiden nicht nur die Berggorillas, sondern auch die lokale Bevölkerung. Coltan aus Krisenregionen zu kaufen, um täglich telefonieren zu können, ist unhaltbar. Auf der anderen Seite kann es nicht darum gehen, ein Embargo gegen Coltan aus dem Kongo zu erlassen, denn so entzöge man Kleinbauern außerhalb der Nationalparks ihre Lebensgrundlage. Das würde den Naturschutz noch schwieriger gestalten. Ein regulierter Abbau, die Steigerung von Transparenz in der Lieferkette und die Einführung von Kontrollmechanismen, beispielsweise über Zertifizierungssysteme, wären Schritte in die richtige Richtung. Doch die Nachfrage nach Coltan steuern letztendlich wir Endverbraucher in Europa. Und hierüber können auch wir viel zum Schutz der Berggorillas beitragen. |







