Vogelschutzprojekte der ZGF und des Zoos Frankfurt Erhaltungszucht und Wiederansiedlung der Socorrotaube Der Zoo Frankfurt ist beteiligt an einem Projekt zur Erhaltungszucht und Wiederansieldung der Socorrotaube. Diese Taubenart war ursprünglich heimisch auf der Insel Socorro vor der Küste Mexikos - und zwar ausschließlich hier. Als deutlich wurde, dass die Socorrotaube endgültig von ihrer Heimatinsel verschwunden war, fand sich eine Reihe von Vogelhaltern, um ein Erhaltungszuchtprogramm für diese Tiere zu starten. Ein paar passionierte Vogelhalter überzeugten den Zoo Köln, den Zoo Frankfurt und die Universität Bielefeld, sich an dem Zuchtprogramm für die Socorrotaube zu beteiligen. So wurden 16 Nachzuchttiere auf die Zoos, einige Privatzüchter und Vogelparks verteilt. Der Zoo Frankfurt übernahm die Verantwortung für die Koordination des Zuchtprogramms. Seit 1995 wurde die Zucht der Socorrotaube als offizielles Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) anerkannt. Inzwischen beteiligen sich 18 Zoos und Vogelparks aus acht europäischen Ländern, was eine für langfristige Kooperation notwendige Kontinuität garantiert. Auf Socorro wurde eine Zuchtstation errichtet, in die 12 Tiere rückgeführt wurden. Die Nachkommen dieser Tauben sollen auf der Insel angesiedelt werden. Schutz der Hornvögel auf Panay Auf den über 7.000 tropischen Inseln in den Philippinen hat sich eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die nur dort und nirgendwo anders auf der Welt vorkommt. Da viele Arten nur ein kleines Verbreitungsgebiet haben, an dessen Umweltbedingungen sie gut angepasst sind, sind sie für die Veränderungen ihres Lebensraums besonders anfällig. Dies gilt u.a. für die hoch spezialisierten Hornvögel. Der Korallenschnabel-Hornvogel (Aceros waldeni) kommt nur noch auf der Insel Panay vor, 1994 waren es nur noch 60 Brutpaare. Damit gehörte er zu den am meisten bedrohten Tierarten der Erde. Eine weitere Art, die in dieser Region vorkommt, ist der krähengroße Tariktik Hornvogel (Penelopides p. panini), dessen Bestand Experten noch auf 500 Paare schätzen. Beide Arten sind an alte Regenwälder gebunden, doch die Regenwälder schwinden, auf Panay sind nur noch 8 % der Fläche mit Regenwald bedeckt. Außerdem werden v.a. alte Hartholzbäume im Auftrag einer höchst aktiven Holzmafia gefällt – damit verschwinden die Nisthöhlen der Hornvögel, die nicht in der Lage sind eigene Höhlen zu zimmern. Zum Schutz des letzten Waldrestes mit seiner einzigartigen Flora und Fauna wurde 1994 das ZGF-Projekt „Artenschutz und Walderhaltung auf Panay“ ins Leben gerufen, dem es gelungen ist, einen Teil der Nordwest-Halbinsel von Panay als Schutzgebiet auszuweisen. Das Projekt unterhält zwei kleinere Vogelstationen, in denen beschlagnahmte oder verletzte Horn- und auch Greifvögel aufgenommen und medizinisch versorgt werden. Um ihr Schicksal zu verfolgen, werden die Vögel vor dem Freilassen beringt und besendert. Nach der Freilassung werden sie mit einem Peilempfänger verfolgt. Bruterfolge der ausgewilderten Tiere im Freiland bestätigen die allmähliche Stabilisierung einer überlebensfähigen Hornvogelpopulation. |








