Alle Sinne für den Tiger

Während der 15. Deutschen Zootage vom 27. bis 28. September 2008 widmeten die Naturschutz-Botschafter eine Sonderaktion dem Sumatratiger.

Der Tiger ist ein Symbol für Kraft und Stärke. Aus Vorsicht vor Tigerangriffen binden sich Menschen in Indonesien Tigermasken auf den Hinterkopf. Aus dieser Tradition heraus entstand die Idee, von Zoobesuchern Tigermasken gestalten zu lassen. Wilfried Brzinsky aus den Zoowerkstätten gestaltete die Vorlage der überlebensgroßen Masken. Aus Wallmate, einem styroporartigen Material aus dem Dämmplatten hergestellt werden, modellierte er in mehreren aufeinander gelagerten Schichten den Grundaufbau der Masken. Aus dem dreidimensionalen Rohgerüst schnitzte und feilte er die Konturen für die Gesichtszüge.

Wilfried Brzinsky modelliert den Tigerdämon aus Wallmate.

Als Grundierung trugen Wildfried Brzinsky und Naturschutz-Botschafterin Erika Hammesfahr Gipsbinden und Farbe auf. So entstand das äusserst reale Gesicht eines Sumatratigers und ein Tigerdämon mit Hörnern und Fangzähnen.Die Masken wurden an den Zootagen Zentrum einer Aktion rund um den Katzendschungel. Unter den neugierigen Blicken von Iban und Malea, den beiden Frankfurter Sumatratigern, gestalteten Kinder mit Pinsel und Farbe, Federn, Schnüren, Bast, Knöpfen, Korken und Muscheln voller Hingabe zwei einzigartige Kunstwerke. Die eine Maske entwickelte sich zu einem beeindruckenden realen Tigerkopf, die andere symbolisiert in ihrer Farbenpracht die mystische Stärke und Energie des Tigers.

Mit Acrylfarben geben Kinder dem Tigerdämon Farbe.
   

Rund um die Kreativaktion herum war der Sumatratiger mit allen fünf Sinnen erlebbar. Und hier scharten sich auch die Eltern der Kinder, die noch voll Hingabe mit den Masken beschäftigt waren. In einer Dschungelküche lagen indonesische Früchte und Gewürze aus ("Schmecken"). Tropischen Gerüchen auf den Grund gehen konnten Zoobesucher an der Duftorgel ("Riechen"). Im Katzendschungel nahm eine große Leinwand den Besucher mit auf eine Reise ins Gehege und in die Naturschutzprojekte der ZGF nach Sumatra ("Sehen"). Die Polizeidirektion Mittelhessen hatte ein Tigerfell zur Verfügung gestellt - beschlagnahmt bei einer zufälligen Autobahnkontrolle. Das "Fühlen" des Fells löste Faszination und gleichzeitig Entsetzen aus - über die immer noch bestehende Wilderei.

Mit viel Hingabe entsteht ein kleines Kunstwerk.
   
Als absoluter Höhepunkt trat die Frankfurter Gruppe "Angklung" auf und entführte den Besucher mit Tänzen in traditionellen indonesischen Kostümen und Musik aus dem Angklung-Instrument nach Indonesien ("Hören"). Revierleiter Hans Karer ermöglichte einzigartige Begegnungen zwischen Tier und Mensch bei Führungen hinter die Kulissen.So wurde der Sumatratiger in seinem Lebensraum und vor dem kulturellen Hintergrund Indonesiens erlebbar. Und weil das Tigermobil der Naturschutz-Botschafter nicht fehlte, nahm jeder mit, dass die letzten Sumatratiger geschont werden können, wenn jeder einzelnde seinen Papierkonsum in Auge behält.
 
  Die Gruppe Angklung tanzte zu indonesicher Musik.
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